Samstag, 23. August 2014

Zehn Vorteile von E-Books gegenüber gedruckten Büchern

Immer wieder erlebe ich, dass Leser/innen große Vorbehalte gegenüber E-Books haben und lieber an gedruckten Büchern festhalten. Das finde ich schade, weil ich E-Books für die bedeutendste Erfindung der Literaturgeschichte seit dem Buchdruck halte. Noch nie konnte Literatur so einfach, schnell und umweltschonend (kein Papierverbrauch und keine Logistik) verbreitet werden wie heute in Form von E-Books.

Die Vorteile von E-Books gegenüber gedruckten Büchern sind vielfältig. Hier eine (unvollständige) Aufzählung:

1. Display. Viele glauben, das Display eines Lesegeräts sei so ähnlich wie das Display eines Tablets oder Smartphones. Das dachte ich anfangs auch. Aber das ist nicht der Fall. Wenn man längere Zeit auf einem Tablet liest, schmerzen die Augen. Außerdem sieht man in der Sonne nichts, weil es so sehr blendet. Das Display eines Lesegeräts ist damit nicht zu vergleichen. Es ist völlig blendfrei und sieht (fast) aus wie gedrucktes Papier. Diese Technologie heißt e-Ink. Tatsächlich ermüden die Augen beim Lesen von E-Books weniger schnell als beim Lesen gedruckter Bücher, auch wegen der integrierten Hintergrundbeleuchtung.


2. Hintergrundbeleuchtung. Die haben zwar nicht alle Lesegeräte, aber ich würde mir eins zulegen, das über eine eigene Hintergrundbeleuchtung verfügt. Mit einem gedruckten Buch ist man immer auf eine externe Lichtquelle angewiesen. Im Bett zu lesen, was viele gern tun, ist schwierig und umständlich. Ein Lesegerät hat hingegen eine eigene Beleuchtung, die man genau an die Lichtverhältnisse der Leseumgebung anpassen kann. Dieser Vorteil allein ist für mich ein Grund, lieber E-Books als gedruckte Bücher zu lesen. Die Möglichkeit, in düsteren Räumen oder in völliger Dunkelheit zu schmökern, finde ich großartig.


3. Preis. E-Books sind erheblich günstiger als gedruckte Bücher. Das trifft zwar nicht so sehr auf Verlagsveröffentlichungen zu. Aber Bücher aus dem Selfpublishing-Bereich und Bücher, deren Urheberrecht verstrichen ist (wenn der Verfasser seit über 70 Jahren tot ist), kosten nur einen Bruchteil der gedruckten Ausgabe. Nehmen wir als Beispiel die gesammelten Werke Goethes. In gedruckter Ausführung ist man mindestens 200 Euro los. Die E-Book-Ausgabe kostet hingegen zwischen 2 und 4 Euro. Viele Ausgaben klassischer Werke sind komplett kostenlos. Außerdem hat man nicht gleich ein halbes Regal mit Büchern gefüllt.


4Platzersparnis. Während gedruckte Bücher ganze Regale, den Keller oder den Dachboden belagern, nehmen E-Books überhaupt keinen Platz weg. Das ist ein unschätzbarer Vorteil, wenn man auf begrenztem Raum wohnt oder Lesestoff mit in den Urlaub nehmen möchte. Bei gedruckten Büchern muss man eine enge Auswahl treffen und hat auch dann noch eine Menge Gewicht im Koffer. Auf dem Lesegerät, das nur ein paar hundert Gramm wiegt, kann man eine ganze Bibliothek abspeichern.


5. Anpassbares Schriftbild. Gedruckte Bücher sind unveränderbar. Wem die Schrift zu klein ist, muss die Augen kneifen oder das Buch nah ans Gesicht halten. Ein E-Book lässt sich exakt an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Schriftgröße, Schriftart, Zeilenabstand, Rand und vieles mehr lassen sich individuell konfigurieren.


6. Integrierter Duden und integriertes Wörterbuch. Wenn man ein gedrucktes Buch liest und ein Wort nicht kennt, muss man umständlich im Duden bzw. im Wörterbuch blättern. Wenn man unterwegs liest, steht ein Nachschlagewerk in der Regel nicht zur Verfügung. Ein Lesegerät hat einen integrierten Duden und ein Fremdsprachen-Wörterbuch. So lassen sich einzelne Worte per Touch (die Touch-Bedienung ist eigentlich ein eigener Vorteil) auf das Wort nachschlagen oder ganze Passagen übersetzen. Es gibt (zumindest beim Paperwhite) sogar einen eingebauten Vokabel-Trainier. Großartig, um effektiv den Wortschatz zu erweitern.


7. Keine Lieferzeiten. Gedruckte Bücher müssen angeliefert oder im Buchhandel besorgt werden. Das ist mit Lauferei und/oder Wartezeit verbunden. E-Books lassen sich in Sekundenschnelle auf das Gerät laden, sodass
 der Schmökerspaß sofort beginnen kann.


8. Notizen und Markierungen. Die meisten schreiben ungern in ein Buch. Es ist auch relativ umständlich, und einen Stift hat man auch nicht immer zur Hand. Bei E-Books lassen sich problemlos Markierungen und Notizen hinzufügen, die man ebenso leicht wieder entfernen kann. Das gleiche gilt für Eselsohren, die man einem gedruckten Buch ebenfalls ungern antut. Übrigens: Wenn man das Lesegerät zuklappt, geht es automatisch in den Standby-Modus und merkt sich die Stelle. Eselsohren und Lesezeichen sind also zwar im Reader vorhanden, aber eigentlich nicht nötig (es sei denn, man teilt sich das Lesegerät mit jemandem, der dasselbe Buch liest).


9. Gewicht. Wie bereits erwähnt, haben E-Books - im Gegensatz zu gedruckten Büchern - kein Gewicht. Das ist nicht nur ein großer Vorteil beim Transport (z.B. im Urlaub), sondern auch beim Lesen. Es ist sehr mühsam, einen dicken Wälzer festzuhalten. Nach spätestens 20 Minuten schmerzen die Arme und Handgelenke. Außerdem sind beide Hände nötig. Ein Lesegerät hat immer dasselbe Gewicht von wenigen hundert Gramm - auch wenn das Buch 1.500 Seiten dick ist.


10. Übertragbarkeit auf andere (Lese-)Geräte. Ein gedrucktes Buch existiert nur an einem Ort. Wenn man es zuhause vergessen hat, kann man es nicht lesen. So einfach ist das. Wenn man sein Lesegerät zuhause liegen gelassen hat, kann man noch mit anderen Geräten auf seine E-Books zugreifen. Neulich musste ich zum Straßenverkehrsamt, was erfahrungsgemäß mit einer langen Wartezeit verbunden ist. Leider hatte ich mein Lesegerät vergessen. Während ich mich darüber noch ärgerte, fiel mir ein, dass ich auch über mein Smartphone auf meine E-Book-Cloud zugreifen kann. Siehe da, es funktionierte einwandfrei. Sogar die Stelle, an der ich zuletzt zu lesen aufgehört hatte, war trotz des Gerätewechsels gespeichert. So konnte ich die Zeit zum Schmökern nutzen, obwohl ich mein Lesegerät vergessen hatte.

Dies sind zehn große Vorteile von E-Books gegenüber gedruckten Büchern, die mir spontan eingefallen sind. Die Liste ließe sich noch lange fortführen.

Ich lese inzwischen lieber E-Books als gedruckte Bücher und möchte mein Lesegerät nicht mehr hergeben. So geht es ausnahmslos allen aus meinem Bekanntenkreis, die ein Lesegerät zum ersten Mal in den Händen halten - auch wenn sie anfangs skeptisch waren. ;-)